Aufzeichnungen und Analysen über das Verhalten eines religiösen Amarr Fanatikers im luftleeren Raum…

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Singularität

Viele Tage sind vergangen und auch meine Situation in EVE hat sich auf eine völlig neue Ebene empor gehoben. Da ich nun ein aufregendes Leben in einer wirklich netten Gemeinschaft der Ancient Spirits (Teil der Northern Coalition im Vale of Silent) pflegen und erleben darf, gibt es so gesehen wirklich viel Stoff für neue Geschichten und Berichte. Ich denke, das ich diesen Blog wieder neues Leben einhauchen werde; zwar in gewissen Abständen, aber die Feder liegt mir doch einfach zu gut in der Hand.
Zum aktuellen Anlass des ersten offizielen deutschen EVE Kurzgeschichten
Wettbewerbs, habe ich den Weg hinter den Schreibtisch wieder gefunden. Auch wenn bereits einige tolle Geschichten eingereicht wurden, so wollte ich dennoch meinen Beitrag zu diesen lobenswerten Event leisten. Die finale Wahl wird nach dem 21.01.2011 im EVEger Forum stattfinden. Doch nun möchte ich den geneigten Leser nicht lange warten lassen. É voilà:

Singularität

Gleißend hell durchstach der Lichtstrahl das Wimperndickicht, drang ungehindert durch den schmalen Spalt zwischen den Augenliedern und entfachte ein wahres Inferno auf den weiten Ebenen seiner Netzhaut. So geschärft die Wahrnehmung in den ersten Sekunden auch war, umso lethargischer hüllte sich das Gemüt von Kommandant Kitai in Leere, als er seine Augen langsam öffnete. Im Schein der flackernden Alarmleuchten glänzten die Schweißperlen auf seiner Stirn und rannen tränengleich über die kantigen Wangenknochen hinab. Nach Orientierung ringend griff er zur Lehne und zog sich mit aller Kraft in eine aufrechte Position. Gejagt von einem Gedanken überflogen seine überreizen Augen die Steuerkonsole, um sich Klarheit über die Geschehnisse zu verschaffen. Trotz des wahrhaften Feuerwerks aus Lichtern, Lampen, Leuchten und Bildschirmen, herrschte eine erdrückende Stille in der Kapsel. Diese mutmaßliche Taubheit ermöglichte es ihm jedoch im ersten Moment eher seinen Geist auf das Wesentliche zu konzentrieren, sodass sein Blick auf der Funkkonsole haften blieb. Die Zeilen wurden schärfer und aus einem verschwommenen grünen Nebel kristallisierten sich die Sätze des Missionsbriefes heraus. Schlagartig schossen ihm Gedanken und Erinnerungen durch den Geist.

Kitai war zu Beginn des Jahres 68 im Auftrag der Amarr Navy zu einer Aufklärungsmission in die Randgebiete des Vale of Silent aufgebrochen, um erste Erkenntnisse über eine unbekannte Anomalie zu sammeln. Nach 52 Jahren honorierter Zeit im Dienste des Kaisers, war er einer der letzten Pioniere der Flotte und somit mehr als nur prädestiniert für Missionen wie diese. So gebührte ihm auch die seltene Ehre auf seinen Einsätzen das Flaggschiff der Navy in die Schlacht zu führen; seine Perséphone – ein Schlachtschiff der Navy Apocalypse Klasse, samt treuer und ergebener Besatzung.

Mit einem markdurchdringenden Pfeifen kehrte sein Gehör urplötzlich zurück. Völlig übermannt vom Lärm der Geräuschkulisse, versuchte Kitai die Informationen des Navigationsdisplays zu interpretieren. Die digitale Vertikal- und Horizontalwinkelerfassung schien völlig verrückt zu spielen und gab keine plausiblen Werte aus. Selbst beim Versuch den Sextanten zu justieren, schien jede Koordinate stets die Position zu verlieren. Ein erster Blick auf die Monitore der Außenbordprojektoren ließ ihn kaum seinen Augen trauen. Der stechende Schein der Materie, welche das Schiff und schier unendliche Parsec weit entfernt umgab, wies auf eine erhöhte Rekombination zu neutralem Wasserstoff hin. Dies ließen aber weder die Scans vermuten, noch die Koordinaten in der sie sich der Anomalie genährt hatten. Ein solch gigantisches H-II-Gebiet könnte es nur in Spiralgalaxien geben, aber jedoch niemals in einer Raumverwerfung mit einer derart geringen Masse.

Wie war eine Gleichung, ausschließlich aus Unbekannten bestehend, zu lösen? Eine rein rhetorische Frage, welche Kitai im Sinn verblieb, als er sich dafür entschied sein Eigenes sowie das Leben der Besatzung nicht weiter zu riskieren. Nach routinierter Neukalibrierung der transversalen Wellenmodulation gelang es ihm eine Verbindung zu seinem ersten Ingenieursoffizier Khagante auf dem Maschinendeck herzustellen. Trotz mäßiger Funkübertragung gelang es den beiden Spezialisten mit gemeinsamem Einsatz die Stabilisatoren der Triebwerkskammern zu reaktivieren und das Schiff somit an Fahrt gewinnen zu lassen. Die automatisierten Analyse- und Reparatureinheiten des Schiffs nahmen Stück für Stück den Betrieb wieder auf und schienen völlig unbeeinträchtigt von den Ereignissen zu sein, die vor Minuten noch geschehen waren. Jede eingehende Fehlermeldung schien Kitai beinahe voraussehen zu können und somit stets, wie von Geisterhand geführt, die Probleme zu beheben. Schritt für Schritt beschlich ihn das Gefühl ein Déjà-vu zu erfahren, wie es nicht realer hätte sein können. Doch sein Geist konnte nicht lang in dieser Traumwelt versinken.

Die Richtungsscanner meldeten sich mit einem bedrohlichen Alarmton. Ca. 400 Parsec entfernt erschien eine unbekannte Signatur auf dem Radar, welche sich obendrein mit erhöhter Geschwindigkeit auf die Perséphone zu bewegte. Bevor Kitai überhaupt auf diese Entdeckung reagieren konnte, meldete Khagante einen massiven Energieverlust im Kondensatorkern. Je näher sich dieses unbekannte Objekt dem Schiff näherte, desto mehr Systeme verloren ihre Funktion. Nachdem die primären Materie/Anti-Materie Schubdüsen ausgefallen waren, sah Kitai den Tatsachen ins Auge. Das Schiff war völlig manövrierunfähig und die Reaktorkammern, laut den letzten Sensordaten, in sich zusammen gefallen. Jede noch so absurde und unlogische Form der Unmöglichkeit, die er nicht einmal im Entferntesten hätte erahnen können, war bereits eingetreten.

Jegliche Art von Energie war aus Leitungssträngen des Schiffs verschwunden. Die alles verschlingende Dunkelheit in seiner Kapsel schien dem alten Kitai keine Angst einzuflößen. Es war mehr ein kurzer Ruhepol in dem psychischen Chaos. Viel mehr bemerkte er den schleichenden Verlust der strukturellen Integrität des Schiffes. Es schien als ob sich die meterdicken Panzerungen um ihn herum in Bewegung versetzen würden. Dies war der Moment vor dem er sich im Geheimen immer gefürchtet hatte, welchen er auch seinen jungen Söhnen stets in der Offiziersausbildung unterschwellig mit auf den Weg gab. Wenn man sein Leben dieser Leere des Alls widmet, in ihr gar die neue Heimat gefunden hat, so wird einem diese Leere niemals den Halt bieten den jeder Sternenpilot braucht. Sie wird ihn eines Tages rücksichtslos verschlingen.

In diesem Moment, als völlige Resignation und Selbstaufgabe Kitais Geist verzehren wollten, kehrte das wohlige Gefühl der Vertrautheit zurück. Es war mehr als ein Déjà-vu. Es war abstrus, aber auf dem Grund seines Daseins, klammerte sich Kitai an dieses eine Gefühl das ihm sagte stets Großes für den Kaiser bewegen zu können; so als ob er gerade erst den Missionsbrief übergeben bekommen hätte. Lang dachte er nicht darüber nach, warum und was ihn genau an diesem Punkt festhielt, denn das förmliche Erbeben der Kapsel katapultierte ihn in die Realität aus Stahl und schleichender Kälte zurück. Im manuellen Betrieb öffnete er die Sichtpanzerung der Kapselrampe und blickte auf ein Gebilde pulsierender Materie im freien Raum. Um sich vor dieser immensen Lichtintensität zu schützen, hob Kitai seine Arme empor. Doch als er seine, in schweres Leder eingebundenen, Hände vor seinen Augen sah, schienen sie jede Form zu verlieren. Kein Gefühl, kein Schmerz – nur Leere. Mit letztem Augenaufschlag blickte Kitai in die strahlende Korona…

…gleißend hell durchstach der Lichtstrahl das Wimperndickicht, drang ungehindert durch den schmalen Spalt zwischen den Augenliedern und entfachte ein wahres Inferno auf den weiten Ebenen seiner Netzhaut. So geschärft die Wahrnehmung in den ersten Sekunden auch war, umso lethargischer hüllte sich das Gemüt von Kommandant Kitai in Leere, als er seine Augen langsam öffnete…

Memoiren der Familie Kitai, Band IV
Belletristische Veröffentlichung von Archivar „Mehimoloth“


Black Hole

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Der Erste Kontakt, oder auch „Vom Teufel geritten“

Auszug privates Logbuch; 23341 AD:

Ein Morgen wie er nicht unerträglicher hätte sein können. Das Gemisch aus Sauerstoff und Kohlendioxid in meinem Quartier lässt sich schon nicht mehr als lebensfreundliche Atmosphäre bezeichnen. Der erste Augenschlag meiner Lieder ließ den Schweiß in einer plasma-ähnlichen Konsistenz langsam und träge die Wange hinunter fließen. Über den COM-Kanal gab es gestern Abend noch die Warnung vor dem bisher stärksten koronalen Massenauswurf der Sonne des Amarr Systems; und natürlich haben die Sonnenwinde die Raumklimatisierung außer Kraft gesetzt. Furchtbar – die Emperor Family Academy ist auch nicht mehr das was sie einmal war. Ich öffnete die Lamellenpanzerungen des Fensters meiner Außenkabine: Es herrschte bereits reges Treiben an der Docking-Station. Eine, wie in Zeitlupe, vorbeifliegende Providence schützte meine müden Augen vor dem Blendwerk der Sonne.

Über einen erfrischenden Besuch in der Schalldusche musste ich garnicht erst nachdenken; auch das COM-System waren ausgefallen. So zwang ich meinen Körper, bei diesen Amarr-unwürdigen Temperaturen, in meine alles andere als atmungsaktive Robe und verlies mein Gemach so schnell wie nur möglich. Unter diesen Bedingungen versuchte ich meinem morgendlichen schwarzen, koffeinhaltigen Heißgetränk etwas Positives abzugewinnen, doch der Gestank von Tausenden von Piloten in der Großkantine des Versorgungsdecks hatte meine Geschmacksnerven längst dematerialisiert. Es war ein Morgen, der absolut Nichts von einem verheisungsvollen Tag inne hielt. Die Motivation, erneut die Hand für die Amarr Navy ins Feuer zu legen, ging gegen Null. Ich versuchte den gespührten Lärmpegel in der Halle von gut 180 dB mental auszublenden und ließ meinen Blick zur Decke schweifen. Das Konstrukt aus verrosteten Stahlträgern, nahezu völlig zerfressenen Nieten und sich auflösenden Schweißnähten war ein trauriger Anblick. Ich muss es wieder betonen: die Family Acadamy hat über die Jahre ihren Glanz verloren.

Doch bevor ich gänzlich in die Nostalgie der alten Tage abgleiten konnte, schoss mir ein Gedanke in den Sinn: Alter Stahl, Rost, schrott-ähnlicher, trauriger Anblick – Minmatar! Der älteste Sohn der Minmatar Familie Khaganate, die mir damals als Konsul mit sämtlichen Nachkommen zur Dienerschaft verpflichtet wurde, hatte bei der Gefangennahme doch eine alte Rifter in seinem Besitz. Es war an der Zeit aus den alten festgefahrenen Gepflogenheiten auszubrechen, um sich bei dieser Hitze einen kühlen Wind der Freibeuter um die Nase wehen zu lassen. Ohne große Umschweife machte ich mich auf den Weg zu meinem Hangar. Kurz nach dem Verlassen der Kantinenhalle, rief eine vertraute Stimme meinen Namen. Es war Dhurus, ein alter Kamerad von der Offiziersakademie. In völliger Euphorie schilderte ich ihm mein Vorhaben, doch er willigte bereits nach den ersten Worten der ungezwungenen Freiheit ein.

Ein Systemcheck der Rifter wies mehr Rost und aufgeplatzte Schweißnähte auf, als aktive funktionierende Teile. Die Datenübertragungen zu meiner Kapsel waren fehlerhafter, von der Reaktionsgeschwindigkeit der Komponenten ganz zu schweigen. Komfort und Bedienfreundlichkeit sind zwei Begrifflichkeiten, die auf dieser Reise wohl nichts zu suchen hatten. Wie dem auch sei, es vermittelte immerhin die treffende Atmosphäre für einen rauen geächteten Freibeuter der Leere. Ich programmierte den Kurs in Richtung Avenod – ein System welches mir noch aus Gesprächen der volltrunkenen Gestalten in den Bedienerquartieren ein Begriff für aufrichtige Kämpfe war. Das Gefühl von Freiheit intensivierte sich, als wir im Formationsflug die Station hinter uns ließen und im Warp Kanal Richtung Sarum Prime verschwanden. Warum Dhurus in seiner Tristan allerdings bedeutend schneller in den Warp ging, konnte ich mir nur mit der minderen Qualität der Rifter Triebwerks-„Konstruktion“ erklären. Gelobt sei die Technologie der Amarr – frei der Motivation nach „Qualität vor Quantität“.

Nach etwa acht Sprüngen sollte im Dal System der Moment der Wahrheit kommen. In meiner bisher mangelenden Fähigkeit in den Belangen eines Kampfes unter Kapselpiloten, aktivierte ich den Richtungsscan ohne eigentlich zu wissen was hier geschieht. Dazu bedarf es dringend nachträglicher Studien, denn die Ergebnisse und Verfahrensweisen bei diesem Vorgang waren alles andere als verständlich und aufschlussreich. Das interne COM-System lies auf fünf andere Piloten schließen, doch der Scan zeigte einfach nicht die gewünschten Ergebnisse an. Nachdem mir Dhurus ebenfalls völlige Ratlosigkeit signalisierte, beschlossen wir mehr oder minder wahllos die Asteroidengürtel anzufliegen. Warum ich nun den Eis-Gürtel gewählt habe, muss wohl noch in meinem Wunsch nach erfrischender Abkühlung begründet gewesen sein. Doch was begegnete uns: Leere. Leichte Resignation verbreitete sich unter meiner Mannschaft, denen ich doch eine aufregende Nacht des Kampfes versprochen hatte. Gerade, als sich die Tristan erneut in Scanposition begeben wollte, tauchte aus dem Nichts eine Rifter zwischen den kristallenen Eisriesen auf. Meine Güte… die Alarmrufe über das COM-System wurden laut. In völliger Hektik aktivierte ich die Zielaufschaltung und programmierte einen Kurs für eine optimale Umkreisung. Alles schien sich in einer Zeitschleife zu befinden. Einige Schaltkreise der Navigationsoberfläche brannten aus, sodass erst ein zweiter Versuch eine Aufschaltung ermöglichte. Völlig überhastet setzten meine 200mm Auto-Cannons ihr Sperrfeuer ein, während mein Schild bereits ausgefallen war. Gefühlt waren es Bruchteile von Sekunden, als auch die Tungsten Plate ihre Funktionsfähigkeit verlor und der sensible Bordcomputer mir die schnellstmögliche Abkopplung der Kapsel empfohl. Als die Struktur jegliche Integrität verlor, gelang es mir noch einen Blick auf die Zielaufschaltung zu werfen. Gehüllt in Verwunderung darüber, dass die feindliche Rifter weniger als 30% ihres Schildes unter meinem Feuer verloren hatte, wurde ich in den Sitz gepresst und mit einer Gewichtskraft von 16G mit meiner Kapsel in den luftleeren Raum katapultiert.

Mit einem Feuerschweif sah ich die Tristan im Warp-Kanal verschwinden, gefolgt von einem erlösenden Aufatmen von Dhurus, dass er sein Schiff noch retten konnte. Es muss mein Herz gewesen sein, welches im Wunsch nach Freiheit einen sofortigen Kurs zurück nach Amarr setzte und meinen Geist dazu zwang, nicht in Resignation und Trauer über den Verlust des Schiffes zu verfallen. Während mein Kamerad sein Schiff im Reperatur-Dock der örtlichen Station warten lies, begann ich auf dem Rückflug meine logischen Schlüsse auf dem „Kampf“ zu ziehen. Die Standfestigkeit und Feuerkraft des feindlichen Schiffes vermag nur durch die Nutzung von Tech2 Komponenten möglich gewesen sein. Und so schaltete ich das vertraute Gewissen eines Amarr Navy Schützlings aus, um Ideen für eine ebenwürdige und durchaus kostenintensivere Ausrüstung zu sammeln.

Das treue Herz wurde zu dem vom Licht der Kaiserin erleuchtet, sodass nun nur noch eine Punisher für einen Rachefeldzug in Erwägung kam. Kaum angekommen, befehligte ich die gesamte Khaganate Familie, mir in aller Eile die benötigten Komponenten zusammen zu stellen und das Schiff demenstprechend auszurüsten. Die Zeit für eine gründliche Polierung der Panzerung und Ornamente musste natürlich ebenfalls gewahrt bleiben und so taten die flinken Minmatar Hände das was sie auch am Besten konnten.

Mit einem bestärkten Gewissen und dem Segen der Kaiserin setzte ich erneut den Kurs auf das Dal System und rief meinen Kameraden Dhurus zur gnadenlosen Rache auf. Doch die Unerfahrenheit verlangt in gewisser Hinsicht in diesem Universum immer seine Opfer. Wir, die als Jäger das System betraten, wurden natürlich erneut die Gejagten. Nachdem die Scanner uns erneut vor Unklarheiten stellten, blieb kaum Zeit für große Alternativen; die Rifter hatte uns erneut entdeckt. Es muss an der Vertrautheit des Schiffs oder der funktionierenden Klimatisierung gelegen haben, dass mein Geist diesmal mit mehr Ruhe und Ausgeglichenheit dem Kampf den Einstand gab. Die Aufschaltung erfolgte routiniert und das gebündelte monochromatische Frequenzspektrum der Dual Light Pulse Laser II sollte tiefe Löcher in die Schilde der Rifter brennen. Gemeinsam mit Dhurus eröffneten wir erfolgreich das Feuer und konnten dem Feuerwerk der Schildemitter förmlich hautnah beiwohnen, bis sie schließlich kurz vor dem Ausfall standen. Die Tristan hielt dem Beschuss leider nicht lange Stand, wodurch mein Flügelmann nur noch die Kapsel retten konnte. In einem engen Orbit intensivierte sich das Feuer zwischen der Rifter und meiner doch sehr standhaft bleibenden Punisher. Das Reperatursystem lief nah am kritischen Bereich, während die ersten Hüllenbrüche gemeldet wurden.  Es war schwer die Konzentration zu halten, denn ich spührte nur noch meine Hände, wie sie sich fest in die Lederlehnen des Steuersessel vertieften und mein Puls anfing förmlich zu rasen. Der Innenraum meiner Kapsel war nur noch vom Rot der Signalleuchten durchzogen, als die Aufschläge der 150mm Auto-Cannons schon fast an der Hülle der Kapsel zu hören waren. Fast zeitgleich verlor die Rifter die Integrität der Hülle und ging schlagartig in die Struktur. Gewillt meinen Feind wenigstens mit den Tod zu reißen, lies die Überhitzung der Lasertürme ein wahres Inferno auf die Rifter einschlagen.  Die Struktur meines Schiffs erreichte den kritischen Bereich von unter 30% und innerlich musste ich mich wohl mit einem weiteren Verlust abfinden – doch was war das. Begleitet von einem teuflischen Lächeln meinerseits, brachte die Überhitzung des Reperatursystems die Wendung. 90%, 80%, 70% – bis auf 50% gewann die verstärkte Tungstenhülle wieder an Panzerfähigkeit – das Sperrfeuer der Auto-Cannons war gebannt.

Mit einem letzten Blick auf die Aktivität des Warp-Scramblers verschwand die Rifter in einem Feuerball und die Motivation für einen neuen Weg in diesem Universum war für mich geboren.

Wer diese Zeilen eines Tages lesen wird, der kann sich sicher sein, dass sie von einem Khanid geschrieben wurden, der seinen Traum von Freiheit verwirklicht hat.
Mehimoloth, 23341 AD.

Burnout-Syndrom, Eve-podcast & Himmelskörper 2008NQ-Sub17

Subraumbänder konfiguriert… check!

Multilinguale Transponder kalibriert … check!

Transversale Wellenmodulation aktiviert … check!

Freigabe… erteilt!

Nach Monaten der ungewollten Selbstaufgabe, vorallem in privater Hinsicht, versuche ich mich derzeit in einer ärztlich verschriebenen Zwangspause von der Arbeit und den fortgeschrittenen Anzeichen eines Burnouts zu erholen. Somit verkürzte ich mir die Wartezeit auf die finalen Laborergebnisse der Blutuntersuchung, mit einem intensiven Blick ins EVE-Ger Forum und spührte langsam, dass ich in der Vergangenheit doch eine ziehmlich starke Leidenschaft für das entwickelt hatte, was sich gerade in Schriftform Zeile für Zeile vor meinen Augen auf und ab schob.

STOP ! „Podcast“ erblickten meine müden Augen – sofort kam mir die Assoziation zu einer Erholungsformel: Kühles Gin-Tonic Water, Zurücklehnen in den Ledersessel und den Gesprächen über das virtuelle Universum lauschen, was mich einst fesselte. Es dauerte nicht lange und ich verbrannte mir schon fast die Hände an der heißen Flamme die urplötzlich wieder in mir anfing zu lodern. Nach kurzer Recherche über Namen/Acc meines Main-Chars und der Feststellung, dass ich trotz Inaktivität weiterhin brav Gebühren für 2 Accounts ans CCP gezahlt habe (Islands Banken haben nie meine Unterstützung verloren und trotzdem war es wohl nicht genug…), loggte ich mich ein, lud die unzähligen Patches und wurde direkt von meinen „geliebten“ Sakral-Chören in den Armen des Amarr Empires empfangen.

Der Podcast neigte sich dem Ende zu, während die Minmatar-Reinigungstruppen untertänigst die Panzerplatten meiner Schiffe auf Hochglanz polierten;  ich bekam nicht einmal mit, dass bereits gute 170 Minuten verstrichen waren. Es war ein gutes Gefühl wieder im Kommandosessel zu sitzen und genau zu wissen, dass mir die Jungfrau auf der ersten Rettungsmission wieder ihre Unzucht beichten würde. Gesegnet sei die Kaiserin!

Als die Gespräche über die Blogs unter den Beteiligten des podcasts ausbrachen, fing ich doch nur zu oft ganz unvermittelt an herzhaft zu lachen. Es kam schon eine Art Sehnsucht auf  die Community wieder live zu erleben, gemeinsam Flügel an Flügel zu kämpfen und auch mal bis in die Nacht hinein sich gespannt zu unterhalten. Tja… und so lest ihr nun die ersten geistigen Ergüsse des Produkts einer Affekthandlung, geschürt von blanker Euphorie.

Was kann der geneigte Leser nun hier in Zukunft erwarten? Damals habe ich viel Wissen aus anderen Blogs für mich gewinnen können. Nicht zuletzt war die gebotene Unterhaltung immer wieder sehr erheiternd. Dies möchte ich nun gern zurückgeben und werde einige Erlebnisse auf meinem zukünftigen Weg auf der Reise durch New-Eden hier aufzeichnen. Ein Potpourri aus spezifischem Fachwissen ( nur auf höchstem Niveau), kleinen Anekdoten aus der persönlichen Unfähigkeit bzw. Fähigkeit und dem mir persönlich völlig zu kurz gekommenem Rollenspielaspekt in Schriftform. Bon appétite.

Last but not least, möchte ich den Herrschaften vom deutschen Eve-Online Podcast, besonders Initiator Tholos, für die erfolgreiche Rückführung danken! Ich hoffe ich kann mit diesem kleinen Blog etwas an die Community erfolgreich zurück geben – insbesondere auch an die Autoren anderer Blogs wie Hay Jin, Nere, Barkkor und viele mehr deren Aufzeichnungen ich immer mit voller Freude verfolgt habe …



Salute o7

Mehimoloth

p.s.: Planetarer Himmelskörper 2008NQ-Sub17

…oder auch Planet Bollywood. Eine Omage an die großartigste Serie – „The Big Bang Theory“ (und das aus meinem Munde – ein Mensch der seit über 10 Jahren glücklich ohne TV-Gerät lebt). Die perfekte Medizin für trübe Tage, um das persönliche Befinden wieder mit erfrischendem Humor auf ein hohes Level zu bringen. Physiker haben es heutzutage wirklich schwer (… warum fühle ich mich dabei nur so angesprochen?).

Eine völlig „ungezwungene positive Ausstrahlung“ ist doch das Wichtigste im Leben.